Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth (l.) und Staatsministerin Katja Meier (r.) würdigten die Preisträgerinnen Karin Eibl in Vertretung für Helene Nestler, Katrin Gärtner, Julita Decke und Janice Schmelzer (v.l.n.r.).
Katharina-von-Bora-Preis wurde am 4. Oktober in Torgau verliehen

Stadt Torgau und Freistaat Sachsen würdigten weibliches Engagement


Am 4. Oktober wurde in der Torgauer Schlosskirche der Katharina-von-Bora-Preis verliehen. Den Preis vergab die Stadt Torgau gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen für herausragendes weibliches Engagement im sozialen und kulturellen Bereich. Schirmherrin des Preises ist die Sächsische Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung Katja Meier. Die Preisträgerinnen sind:

Katrin Gärtner hat mit dem Projekt „Wolfsträne e. V." in Leipzig das erste Trauerzentrum in der Region für Kinder und Jugendliche aufgebaut. Ein weiterer Standort in Torgau befindet sich in Planung. Unverarbeitete Trauer im Kindesalter kann einen Menschen auch im Erwachsenenalter noch schwer belasten, was Katrin Gärtner aus eigener Erfahrung weiß. Kinder, die einen Elternteil oder ein Geschwisterkind verloren haben, erhalten bei Wolfsträne e.V. einen geschützten Rahmen, um ihre Trauer bewältigen zu können.

Helene Nestler leistet mit ihrem Projekt „Mammalade für Karla e. V." nicht nur Hilfe für obdachlose Frauen und Kinder in München, sondern verbindet damit nachhaltige Lebensmittelverwertung und Beschäftigungsmöglichkeiten. Helene Nestler entwickelte die Idee, Fruchtaufstriche herzustellen und zu verkaufen, wofür überreifes Obst verwendet wird, das nicht mehr in den Handel kommt und andernfalls unnötig entsorgt würde. Mit dem Erlös der verkauften Fruchtaufstriche wird das Frauenobdach KARLA 51 in München unterstützt. Stellvertretend nahm Karin Eibl den Preis entgegen.

Julita Decke gründete mit „Septem Mulieres" eine Frauentheatergruppe des Müllerhof e.V. Mittweida, die sich vor allem der Darstellung historischer Frauenbiographien widmet und diese wieder zu neuem Leben erweckt. Julita Decke schafft hierbei den konzeptionellen und dramaturgischen Rahmen für die Arbeit der Laiendarsteller, die ihre eigenen Texte und Ideen einbringen. Bisher standen neben Frauen der Reformation die Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts im Fokus.

Alle Preisträgerinnen erhalten für ihr Projekt eine Unterstützung in Höhe von 3.000 Euro.

Ein mit 500 Euro dotierter Sonderpreis wurde als Nachwuchspreis der Stadt Torgau an Janice Schmelzer vergeben. Die 16-jährige Janice Schmelzer entwickelte bereits mit 13 Jahren die Idee, für obdachlose Menschen in Chemnitz Spenden zu sammeln. Mit ihrem „Spendensparschwein Rosalie" ist sie auch in den sozialen Medien präsent und konnte erfolgreich Mittel für bedürftige Menschen sammeln.

„Alle Preisträgerinnen sind wie seinerzeit Katharina von Bora außergewöhnliche Frauen, die mit ihren sozialen und kulturellen Projekten ihr Umfeld nachhaltig gestalten und damit einen wertvollen Beitrag leisten", so Oberbürgermeisterin Romina Barth.

Katharina von Bora starb 1552 als Katharina Luther in Torgau, einer Stadt, mit der sie und die Reformatoren viel verband. Ihr markanter Grabstein in der Torgauer Stadtkirche und ein Museum im Sterbehaus erinnern an die couragierte Frau, die mit ihrem Wirken an der Seite Martin Luthers auch zu einem veränderten Frauenbild beigetragen hat.



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